Wir über uns

Gott spricht: „Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet." Jes 66,13

Jahreslosung 2016

 

Das Schluchzen eines Kindes kann sich schnell in Lachen verwandeln, wenn es die Mutter oder der Vater tröstend in die Arme nimmt. Es atmet auf, kommt zur Ruhe und springt wieder fröhlich vom Arm. Dieses Bild habe ich vor Augen, wenn Gott seinem Volk Israel verspricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet. Die Geschichte Gottes mit seinen Söhnen und Töchtern läuft alles andere als glatt. Sie gehen eigene Wege, verbünden sich mit Mächten, von denen sie mehr Hilfe erhoffen als von Gott. Aus ihrer Heimat in die Gefangenschaft weggeführt, fühlen sie sich von ihm verlassen und vergessen. Das hindert Gott nicht, an ihnen fest-zuhalten. In einem weiten Bogen entfalten die Prophetenworte in immer wieder neuen Bildern und Vergleichen Gottes Treue zu seinen Kindern. Sie gipfeln in der Zusage: „Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet“ und in der Ankündigung des zukünfti-gen Heils für Jerusalem.

Das ist ein Trost, der ein „Alles wird gut“ übertrifft. Gott sieht die zerbro-chenen Herzen und Hoffnungen. Er nimmt Elend und Scheitern seiner Kinder ernst und macht sie zu seiner eigenen Sache. Wie eine Mutter erbarmt er sich ihrer. – Dieser Ver-gleich ist einmalig und beschreibt eine besonders innige Seite Gottes, die weit über liebevolle Worte und Gesten hinausgeht. Trost ist befreiend: Getröstete bekommen wieder Luft zum Atmen. Trost gibt wieder Grund unter die Füße. Getröstete Menschen geraten in Bewegung. Innerlich und äußerlich. Wenn ich Gott beim Wort nehme, werden sich mir neue Horizonte auftun.