Was ist ein Kirchspiel

Was ist ein Kirchspiel?

Das Kirchspiel Querfurt wurde zum 1. Januar 2007 gegründet. Das Besondere dieses Kirchspiels ist zunächst durch seine ungewöhnliche Größe gegeben. Sie spiegelt sich in folgenden Zahlen:

Das Kirchspiel ist ein Zusammenschluss von 13 Kirchengemeinden, die zum Teil selbst aus mehreren Orten bestehen.

Auf dem Gebiet des Kirchspiels befinden sich 36 Kirchgebäude, um die sich neben den Kirchengemeinden inzwischen schon 9 Fördervereine kümmern. Zum Gebäudebestand gehören weiterhin 12 Pfarrhäuser. Das Kirchspiel ist Träger von 13 Friedhöfen.

 

In einer Großstadt wäre ein Kirchspiel oder Gemeindeverbund mit 3 Pfarrstellen ja gar nichts Ungewöhnliches. Das Kirchspiel Querfurt ist aber ein ländliches Gebiet mit vielen Dörfern. Wie war es möglich, hier einen solch‘ großen Zusammenschluss zu erreichen?

Das ging nicht von heute auf morgen, sondern hat eine lange Geschichte. Sie beginnt schon im einstigen Kirchenkreis Querfurt. Da gab es schon seit Jahren die Tradition des Predigttausches. Bedingt durch lange Vakanzzeiten wurden die Dörfer von jeweils anderen Pfarrstellen mitbetreut. Durch Einschnitte im Stellenplan in den 90er Jahren vergrößerten sich die Pfarrbereiche. Viele Gemeinden mussten sich auf die neue Situation einstellen, dass in ihrem Pfarrhaus kein Pfarrer und auch kein Gemeindepädagoge mehr wohnt und arbeitet. So manches Pfarrhaus wurde schon verkauft. Auch im Gemeindeleben musste sich einiges verändern: An bestimmten Feiertagen konnte nicht mehr überall zugleich Gottesdienst angeboten werden. Von den Gemeindegliedern wurde nun selbst Mobilität erwartet.

„Gemeinden besuchen Gemeinden“- unter diesem Motto kam es zu gemeinsamen Veranstaltungen und Festen, zB. zu Christi Himmelfahrt oder aus Anlass des Weltgebetstages.

Und dann wurde diese Entwicklung beschleunigt, als im Jahre 2000 die Kreissynode des Kirchenkreises die Bildung von Bereichen(Regionen) beschloss.

In dieser besonderen Form der Regionalarbeit werden jeweils 3-5 Pfarrbereiche zu einem Gebiet zusammengeschlossen. Eine eigene Bereichskonferenz wurde gebildet aus Vertretern aller zusammengeschlossenen Gemeinden. Gemeinsame Projekte wurden geplant und die Verwendung der Mittel aus dem Bereichsfonds. Das Leitbild der Bereichsarbeit findet Ausdruck in dem Satz:

 

Wir wollen als Gemeinde vor Ort und in der Nachbarschaft aus dem Evangelium leben und andere dazu einladen.

 

In den zurückliegenden Jahren wurden für alle Altersgruppen bereichsweit Angebote entwickelt: Kindertage in den Schulferien, gemeindeübergreifender Konfirmandenunterricht, ein Bereichsfamiliennachmittag, Bereichsgottesdienste zu Christi Himmelfahrt und am Reformationstag.

So wurden die Gemeindeglieder und auch die Mitarbeiter zunehmend miteinander vertraut. Als dann erneut im Zusammenhang der Stellenplanung neu über die Aufteilung der Orte nachgedacht wurde, reifte dann der Gedanke, ein großes Kirchspiel zu bilden. Die Zustimmung war bei den Mitgliedern der Gemeindekirchenräte durchweg positiv. Vorbehalte und Ängste gab es nach meiner Beobachtung ehr bei den hauptamtlichen Mitarbeitern. Davon ist aber jetzt überhaupt nicht mehr die Rede. Alle sind sich einig: der Zusammenschluss läuft erfreulicherweise sehr gut. Die Mitglieder des GKR arbeiten sachlich und ergebnisorientiert. Alle denken im Zusammenhang des Kirchspiels und bringen die Anliegen der einzelnen Orte mit Augenmaß ein.

 

Querfurt-Nord:

  • KG Osterhausen (Pfarrsitz)-Rothenschirmbach mit Sittichenbach und Hornburg
  • KG Farnstädt mit Alberstedt
  • KG Schraplau
  • KG Esperstedt
  • KG Schmon-Leimbach
  • KG Steigra mit Jüdendorf und Kalzendorf

 

Querfurt (-Mitte):

  • KG Querfurt (Pfarrsitz) mit Gatterstädt und Lodersleben
  • KG Ziegelroda

 

Querfurt-Süd:

  • KG Obhausen mit Döcklitz, Kuckenburg, Alt- und Neuweidenbach
  • KG Nemsdorf (Pfarrsitz) mit Göhrendorf
  • KG Barnstädt mit Göhritz
  • KG Reinsdorf mit Liederstädt, Pretitz, Vitzenburg und Zingst
  • KG Weißenschirmbach mit Grockstädt, Kleineichstädt und Spielberg